Der passende Abschluss einer verkorksten Saison

DSC Wanne-Eickel - SV Brackel 1:3 (0:1)

DSC Wanne-Eickel verliert zuhause gegen Brackel mit 1:3 und beendet die Westfalenliga-Spielzeit nur auf Platz 10.

 „Ich bin froh, dass es vorbei ist“, stöhnte Holger Flossbach – und meinte nicht die 90 Minuten gegen Brackel, sondern die gesamte Saison. „Das war wegen der vielen Verletzungen und Unzulänglichkeiten die schwierigste Hinrunde, die ich in 27 Jahren fast ununterbrochener Arbeit als Trainer erlebt habe.“

Dass am Ende auch das vorsichtig formulierte Saisonziel, ein einstelliger Tabellenplatz, verfehlt wurde, macht den Braten aus Sicht des DSC-Trainers auch nicht mehr fett. „Wir haben fast die ganze Saison ohne Sturm gespielt und noch das Beste draus gemacht. Aber sicher ist auch von meiner Seite aus nicht alles optimal gelaufen. Das werden wir jetzt gründlich analysieren.“

Die abschließende Partie stand für Flossbach sinnbildlich für die ganze Saison. „Wir haben wieder 35 Minuten gut Fußball gespielt. Wir hatten eine gute Spielanlage und schöne Ballpassagen, haben es aber wieder nicht geschafft, klare Chancen zu kreieren“, so der Coach. „Uns fehlt einfach der Tordrang.“

Kostenlose Nachhilfe in Sachen Effektivität erteilten die Gäste aus Brackel. In der 34. Minute legte sich Mirza Basic den Ball an der Strafraumgrenze zum Freistoß zurecht und jagte ihn schließlich mit Vollspann unter die Latte ins Torwart-Eck. Ben Zulechner war nicht mehr in der Lage, die Arme noch hochzureißen. Der Abstiegskandidat führte 1:0, und vorbei war’s mit dem Wanner Fußballzauber. Der DSC stellte den Betrieb zwar nicht ein, tat sich aber immer schwerer, die gut organisierte Gästedeckung auszuhebeln. Brotlose Kunst statt Torgefahr.

Flossbach versuchte in der Pause, noch etwas zu korrigieren, doch nur drei Minuten nach Wiederbeginn waren alle guten Vorsätze über den Haufen geworfen. „Wir sind mal wieder ins offene Messer gelaufen und ausgekontert worden“, ärgerte sich des DSC-Trainer. Ein langer Ball aus der Brackeler Abwehr, ein verlorenes Laufduell und ein Querpass auf den frei stehenden Viktor Schumacher – schon war die DSC-Abwehr ein zweites Mal geknackt.

Damit war die Messe gelesen. Das 0:3 durch Erdogan beantwortete Robin Dieckmann zwar mit dem 1:3, aber dabei blieb es. „Am Ende mussten wir auch den Temperaturen Tribut zollen und sind als verdiente Verlierer vom Platz gegangen“, so Flossbach. „Brackel hat einfach mehr investiert.“ Es gibt viel aufzuarbeiten in den spielfreien Wochen.

Zusammen für den DSC – Gemeinsam für Wanne-Eickel!

Quelle: waz.de/Manfred Volmer
Foto: Ziegler